Freiwillige pflanzen mit Spaten eine neue Hecke, Einsatz von Pro Natura Aargau
Okt31
Foto: © Pro Natura Aargau
Ein Workshop vonPro Natura

Heckenpflege lernen, direkt bei uns auf dem Haselhof

Wie ist eine artenreiche Hecke aufgebaut, und wie pflegst du sie richtig? Das zeigen wir dir einen Tag lang draussen, direkt an der Hecke.

  • Samstag, 10 bis 16 Uhr
  • CHF 20 inkl. Verpflegung
  • Nur 12 Plätze
Jetzt anmeldenAnmeldung bis 26. Oktober
Herbst am Haselhof

Viele warten mit dem Pflanzen bis zum Frühling. Dabei ist der Herbst die bessere Zeit. Hier erfährst du, warum, wie du richtig pflanzt und welche Stauden und Sträucher sich jetzt besonders lohnen.

Schaugarten der Gärtnerei Haselhof in Remigen mit Wildstauden und grosser Trauerweide
Die beste Pflanzzeit

Warum du im Herbst pflanzen solltest

Im Frühling ist die Lust aufs Gärtnern am grössten. Für die Pflanzen ist der Frühling aber oft nicht ideal: Kaum sind sie in der Erde, kommen die ersten warmen Wochen, und die jungen Wurzeln müssen sofort Wasser für Blätter und Blüten liefern. Im Herbst ist das anders.

Grund 1

Feuchte Böden, wenig Stress

Nach der Sommertrockenheit nimmt der Boden im Herbst wieder mehr Wasser auf. Die Luft ist kühl, die Sonne brennt nicht mehr. Frisch gesetzte Pflanzen können sich in Ruhe an ihren neuen Platz gewöhnen.

Grund 2

Unter der Erde geht es weiter

Oben ruht die Pflanze, unten arbeitet sie weiter. Solange der Boden nicht gefroren ist, bilden Stauden und Gehölze neue Wurzeln. Im Frühling starten sie mit einem klaren Vorsprung.

Grund 3

Besser durch den ersten Sommer

Ein Strauch, der im Herbst gepflanzt wird, hat bis zum Sommer ein halbes Jahr Zeit, Wurzeln zu bilden. Er holt sich das Wasser aus tieferen Schichten und übersteht die warmen Monate im ersten Jahr deutlich besser.

Lebensraum ab dem ersten Frühling

Einheimische Sträucher jetzt pflanzen

Ein Strauch ist mehr als ein Sichtschutz. Er ist Wohnung, Futterstelle und Kinderstube für viele Tiere. Wer im Herbst Sträucher setzt, ist den Insekten einen Schritt voraus: Wenn sie im Frühling aus der Winterruhe kommen, finden sie bereits Schutz zwischen den Zweigen und Pollen und Nektar in den ersten Blüten. Später folgen Früchte für die Vögel.

Einheimische Sträucher sind dafür besonders wertvoll, weil viele heimische Insekten genau auf sie angewiesen sind. Alle Gehölze ziehen wir in unserer eigenen Baumschule.

Pflanzreihen mit Stauden und Kräutern in der Gärtnerei Haselhof
Schritt für Schritt

So pflanzt du im Herbst richtig

Mit ein paar einfachen Handgriffen wachsen deine neuen Pflanzen sicher an.

1. Zeitpunkt

Von September bis zum Bodenfrost

Getopfte Stauden und Sträucher kannst du pflanzen, solange der Boden offen und nicht gefroren ist. Je früher im Herbst, desto mehr Zeit bleibt für die Wurzeln.

2. Vorbereiten

Wurzelballen wässern

Stelle den Topf vor dem Pflanzen in einen Kübel mit Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. So ist der Ballen gut durchfeuchtet.

3. Pflanzloch

Grosszügig graben, Boden lockern

Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so breit sein wie der Wurzelballen. Lockere die Sohle mit der Grabgabel. Stark verfilzte Wurzeln kannst du vorsichtig mit den Fingern aufreissen.

4. Einsetzen

Nicht zu tief pflanzen

Setze die Pflanze so tief, wie sie im Topf stand. Fülle die Erde auf und drücke sie leicht an.

5. Angiessen

Einmal kräftig wässern

Giesse nach dem Pflanzen gründlich, damit sich die Erde um die Wurzeln schliesst. Danach übernimmt meist der Herbstregen. Nur bei längerer Trockenheit musst du nachgiessen.

6. Mulchen

Laub als Schutzdecke

Eine dünne Schicht Laub oder Schnittgut hält den Boden feucht, schützt vor Frost und wird mit der Zeit zu Humus.

Naturnah in den Winter

Lass es liegen: Aufräumen erst im Frühling

Nicht alles muss vor dem Winter weg. Verblühte Stauden mit ihren Samenständen sehen im Raureif schön aus, und Vögel wie der Distelfink finden darin Futter. In hohlen Stängeln überwintern Wildbienen und andere Insekten.

Laub unter Sträuchern schützt den Boden und bietet Igeln, Käfern und Spinnen einen Platz zum Überwintern. Ein Ast- oder Laubhaufen in einer ruhigen Ecke ist ein einfacher Beitrag für mehr Leben im Garten. Zurückgeschnitten wird erst im Frühling, wenn es wieder wärmer wird.

Naturnahe Pflanzbeete mit einheimischen Wildstauden im Haselhof
Kieswege zwischen Wildstauden im Schaugarten des Haselhofs
Häufige Fragen

Fragen zur Herbstpflanzung

Bis wann kann ich im Herbst noch pflanzen?

Solange der Boden nicht gefroren ist. Getopfte Stauden und Sträucher kannst du meist bis in den November setzen. Je früher du pflanzt, desto mehr Zeit haben die Wurzeln bis zum Winter.

Muss ich frisch gepflanzte Stauden im Herbst giessen?

Direkt nach dem Pflanzen einmal kräftig. Danach reicht in der Regel der Herbstregen. Nur bei längerer Trockenheit solltest du nachgiessen.

Erfrieren frisch gepflanzte Stauden im Winter?

Einheimische Wildstauden sind an unsere Winter angepasst. Eine Schicht Laub als Mulch schützt den Boden zusätzlich. Wichtig ist, dass du nicht in gefrorenen oder sehr nassen Boden pflanzt.

Welche Pflanzen eignen sich für die Herbstpflanzung?

Fast alle Stauden, Gräser und Gehölze. Besonders profitieren Sträucher und Bäume, weil sie bis zum ersten Sommer ein kräftiges Wurzelwerk bilden. Herbstblüher wie Astern kannst du jetzt sogar in Blüte kaufen und sofort sehen, wie sie wirken.

Soll ich im Herbst zurückschneiden?

Lieber nicht. Samenstände dienen Vögeln als Futter, hohle Stängel sind Winterquartier für Wildbienen. Den Rückschnitt machst du am besten im Frühling.